Bukarest

Die Grenze von Bulgarien nach Rumänien war nervig aber problemlos. Wie Bulgarien gehört Rumänien zwar der EU an, hat aber auch seine eigene Währung und gehört nicht zu den Schengenstaaten, was bedeutet: Warten und Kontrolle an der Grenze. Österreich und die Niederlande verhindern seit Jahren das Rumänien und Bulgarien in den Schengenraum aufgenommen werden.  Unsere erste Station war die Hauptstadt Bukarest. Dort konnten wir auf einem netten Campingplatz am Stadtrand stehen. Mit Uber konnte man gut und günstig ins Zentrum fahren. Die Hauptattraktion in Bukarest ist der Parlamentspalast.  Laut Guinnessbuch der Rekorde ist es das schwerste Gebäude der Welt. Und es ist nach dem Pentagon in den USA das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Welt. Der Parlamentspalast in Bukarest wiegt rund 4,1 Millionen Tonnen. Das ist gut viermal so schwer wie das geschätzte Gewicht des Petersdoms im Vatikan. Gekostet hat der Bau ca. 3,3 Milliarden Euro. 1984 begannen die Bauarbeiten am größenwahnsinnigen Traum von Diktator Nicolae Ceausescu. Gut sechs Jahre hatten über 20.000 Arbeiter an Ceausescus Palast geschuftet. Außerdem wurden noch gut 12.000 Soldaten hinzugezogen. Zu den Spitzenzeiten herrschte ein 24-Stunden Betrieb, aufgeteilt in drei Schichten. Ein ganzes Stadtviertel wurde dem Erdboden gleich gemacht, rund 40.000 Menschen mussten ihr Zuhause für den gigantischen Bau räumen. Erbauer Ceausescu erlebte die Eröffnung nicht. Der Palast war erst zu 60 Prozent fertig, als 1989 die Revolution ausbrach. Die Verantwortlichen einigten sich 1991, dass der monströse Bau nicht abgerissen werden soll. Zuvor herrschte ein langer Streit, ob dieses Symbol der kommunistischen Unterdrückung überhaupt fertiggestellt werden soll. Die Arbeiten wurden schließlich von 1992 bis 1996 weitergeführt. Das Gebäude haben wir besichtigt und waren sprachlos wie verschwenderisch und protzig es gebaut wurde. Insgesamt stehen 364.000 qm Nutzfläche zur Verfügung.  Die größte Galerie des Gebäudes ist 150 Meter lang und der größte Saal ist 16 Meter hoch und 2200 m² groß. Heute wird das Gebäude vom Parlament und andern öffentlichen Ämtern sowie einem Museum genutzt. Die Unterhaltung des Gebäudes ist sehr teuer, allein die Stromrechnung beläuft sich auf 1,5 Mio. Euro pro Jahr. Das Gebäude ist bedroht: Aufgrund seiner Schwere sinkt es jedes Jahr um 4 Zentimeter. Neben dem Palast hat Bukarest eine tolle Altstadt mit vielen Cafés und Restaurants. Nach Bukarest haben wir uns Richtung Transsilvanien aufgemacht. 


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