Strassenblockade durch Zapatisten

Auf unserem Weg von San Cristóbal de las Casas nach Palenque sind wir heute in eine Strassenblockade von vermummten und mit Schlagstöcken ausgestatteten Zapatisten geraten. Wir wussten vorher, das solche Blockaden auf dieser Strecke vorkommen. Zu Gewalt kam es bisher aber nicht. Lediglich Wegezoll musste bisher von anderen Reisenden gezahlt werden. Deshalb haben wir uns für diese Strecke entschieden, in der Hoffnung auf keine Blockade zu stoßen. Leider kam es anders.

Die Fahrzeuge wurden durch Nagelbretter auf der Straße zum Anhalten gezwungen. Vermummte Männer forderten dann die Fahrer auf, Wegezoll zu entrichten. Nach Zahlung des Betrages wurden die Nagelbretter entfernt und man durfte weiterfahren. Ein Flugblatt mit den Gründen für die Maßnahme wurde jedem übergeben.

Als wir an der Reihe waren, sollten wir zunächst 600 Peso (27 Euro) zahlen. Das lehnten wir ab, da wir wussten, dass andere nur 100 Peso (4,50 Euro) gezahlt hatten. Nach 5 Minuten Diskusion konnten wir die Herren davon überzeugen, dass  100 Peso ausreichend sind und durften dann weiterfahren.

Die Situation war schon etwas beunruhigend, verlief dann aber doch problemlos und vor allem ohne Gewalt. Seit unserer Einreise am 3. November war dies der erste „Zwischenfall“ und wir hoffen der letze.

Wir besuchten dann noch die beeindruckenden Wasserfälle Agua Azul bevor wir dann am Abend in Palenque erschöpft ankamen.

Wer sind die Zapatisten und was wollen Sie?

Der Chiapas-Konflikt ist der aktuelle Aufstand des Ejército Zapatista de Liberación Nacional (EZLN), die zu den Zapatisten gehört, und sich gegen den mexikanischen Staat im Bundesstaat Chiapas richtet. Ein Konflikt, der am 1. Januar 1994 begann. Die Zapatisten gehören zur Volksgruppe der indigenen Maya, die wesentlich in Chiapas leben.

Eine Ursache für die Demonstrationen ist die große Armut und die daraus resultierende Notlage der in Chiapas angesiedelten Mayas. Der Lebensstandard verschiedener Volksgruppierungen unterscheidet sich in Mexiko sehr stark und ist immer noch vom Kolonialismus geprägt. Als 1989 der Kaffeepreis dramatisch sank, verschlimmerte sich die Notlage der Ureinwohner frappierend. Zusätzlich ist die von rassistischen Motiven geprägte Diskriminierung der Indigenen in Hauptverantwortung zu nennen. Eine weitere Ursache war der Beitritt Mexikos zur NAFTA, womit ein für die indigene Bevölkerung nachteiliges Handelsabkommen einherging. Die Erzeugnisse der örtlichen Bauern wurden, durch in Massenproduktion hergestellten, billigeren Waren aus den USA per Import ersetzt. Eine weitere Ursache ist die Enteignung von Land. In Chiapas sind viele Menschen unterernährt; und dies trotz eines Reichtums an Rohstoffen und für landwirtschaftliche Produkte optimalen Klimabedingungen. Betroffen von der Hungerproblematik ist ausschließlich die mehrheitlich vorhandene indigene Bevölkerung.


3 Gedanken zu “Strassenblockade durch Zapatisten

  1. Nun habe ich es doch noch zum Ende des Jahres geschafft, mich auf den aktuellen Stand eures Blogs und der wunderbaren Bidergalerie zu bringen. Seit Ende Oktober habe ich diesen nicht mehr gelesen. Wahrscheinlich auch bedingt durch unserer vielen Telefonate und Whatsapp-Nachrichten. Asche auf mein Haupt! Auch wenn einerseits hier die Zeit irgendwie, wie im fluge vergeht, ist es dennoch sehr schmerzlich festzustellen, das wir noch gute 6 Monate auf euch warten müssen. Die Einträge lesen sich allgemein sehr informativ aber manchmal fehlen mir zusätzliche Informationen. Wie z.B.: Was ist Uber, statt der Metro? Und wie waren die Maya Pyramiden? Oder habe ich etwas überlesen? Das ihr die eine oder auch andere Getränkeprobe nicht ausfallen lassen könnt, kann ich sehr gut nachvollziehen. 🙂 Und was einen Salsatanzkurs betrifft, nach da wisst ihr ja, wie ich darüber denke. Das ihr euch bis zur Blockade immer sicher gefühlt habt, ist gut zu hören bzw. zu lesen. Nur hat mich persönlich dieser Eintrag etwas schockiert. Ich hoffe inständig, das dies die einzige negative und beängstigende Situation bleibt, die euch auf eurem Wege begegnet. Übrigens, was die Bildergalerie betrifft habe ich zwei neue Favoriten. 1. Matti`s Gesäßreinigung und 2. Markus neue Einkaufswagenhilfe. Christian würde bei der Umsetzung/Tuning und TÜV Abnahme vielleicht behilflich sein. (Viele lachende Singles) So meine Lieben, Silvester steht morgen vor der Tür und da die Wetterlage bis zu +15°C vorhersagt, müssen wir hier noch einiges für das Grillfest organisieren. 🙂 Rutscht mir gut in das neue Jahr 2018 und seit nächstes Silvester bitte wieder hier, denn zu Hause ist es doch am schönsten.

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    1. Liebe Dajana, es freut uns, das Dir die Fotos gefallen! Uber ist ein in Deutschland verbotener Fahrdienst, der besser, schneller und günstiger ist als Taxi fahren. In Deutschland soll das Taxigewerbe durch das Verbot geschützt werden. Die Pyramiden haben uns sehr gut gefallen. Allerdings ist die eingehende Besichtigung mit Matti immer etwas schwierig. Wir beschränken unsere Aktivitäten dann immer auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Und nächstes Silvester sind wir sicher wieder zu Huss! Viel Spaß beim Grillen und liebe Grüße an die Jungs!!

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